Die Havarie der Costa Concordia: Die gelungene Sozialstudie – Siegfried 2.0 gibt es nicht
Soziologen werden die vergangenen Tage händereibend vor dem Fernseher verbracht haben. Am 13. Januar ist die Costa Concordia havariert. Viel wurde geschrieben, besonders viel über den Kapitän des Unglücks-Dämpfers, Francesco Schettino. Der hatte das Schiff nach dem Zusammenprall mit einem riesigen Felsen angeblich viel zu früh verlassen.
Als einer der ersten soll er sich von Bord gemacht haben. Nahezu alle Medienhäuser haben drauf gehauen. Schettino – medienunwirksam wie sonst kaum jemand -, liefert bis zur Stunde regelmäßig neues Feuerholz, das kontinuierlich ein Stück seiner Glaubwürdigkeit abbrennt. Am Mittwoch gab er zum besten, dass er gar nicht als einer der ersten von Bord der Costa Concordia gehen wollte, er sei in ein Rettungsboot gefallen – naja.
So bedenklich wie der Kapitän haben sich aber auch die Passagiere verhalten. Frauen und Kinder zuerst? Von wegen! Jeder war sich selbst der nächste. Das jedenfalls geben die Passagiere, die nun im deutschen Fernsehen anlanden und gleich klingende Berichte kund tun, zum besten. Der große Aufschrei bleibt aus. Zu unglaublich ist die Tatsache, dass sich der Kapitän aus dem Staub gemacht hat.
Was verlangt Otto-Normal da eigentlich vom anderen, von einer sogenannten “Respektsperson”, der Bezugsgröße. Braucht es immer einen Führer für den Ernstfall? Was kann er von sich selbst eigentlich erwarten? Oder hat sich der Wertekanon heute derart verschoben, dass es nur logisch ist, dass Frauen und Kinder eben nicht mehr als erste ein Rettungsboot besteigen? Wir glauben das nicht. An Siegfried 2.0 allerdings auch nicht, scheint keinen mehr zu geben. Nur eines ist sicher in dieser Welt: Wenn die See ruhig ist, wenn Atomkraftwerke leise vor sich hin schnurren, wenn Bundespräsidenten keine Kredite benötigen, ja dann, dann zählen Achtung und Hierarchie. 2011 sowie 2012 haben bislang also sehr viel bewiesen. Die Würde des Amtes wird in der Krise ausgelotet.
Als einer der ersten soll er sich von Bord gemacht haben. Nahezu alle Medienhäuser haben drauf gehauen. Schettino – medienunwirksam wie sonst kaum jemand -, liefert bis zur Stunde regelmäßig neues Feuerholz, das kontinuierlich ein Stück seiner Glaubwürdigkeit abbrennt. Am Mittwoch gab er zum besten, dass er gar nicht als einer der ersten von Bord der Costa Concordia gehen wollte, er sei in ein Rettungsboot gefallen – naja.
So bedenklich wie der Kapitän haben sich aber auch die Passagiere verhalten. Frauen und Kinder zuerst? Von wegen! Jeder war sich selbst der nächste. Das jedenfalls geben die Passagiere, die nun im deutschen Fernsehen anlanden und gleich klingende Berichte kund tun, zum besten. Der große Aufschrei bleibt aus. Zu unglaublich ist die Tatsache, dass sich der Kapitän aus dem Staub gemacht hat.
Was verlangt Otto-Normal da eigentlich vom anderen, von einer sogenannten “Respektsperson”, der Bezugsgröße. Braucht es immer einen Führer für den Ernstfall? Was kann er von sich selbst eigentlich erwarten? Oder hat sich der Wertekanon heute derart verschoben, dass es nur logisch ist, dass Frauen und Kinder eben nicht mehr als erste ein Rettungsboot besteigen? Wir glauben das nicht. An Siegfried 2.0 allerdings auch nicht, scheint keinen mehr zu geben. Nur eines ist sicher in dieser Welt: Wenn die See ruhig ist, wenn Atomkraftwerke leise vor sich hin schnurren, wenn Bundespräsidenten keine Kredite benötigen, ja dann, dann zählen Achtung und Hierarchie. 2011 sowie 2012 haben bislang also sehr viel bewiesen. Die Würde des Amtes wird in der Krise ausgelotet.


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