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Griechenland vor dem finalen Akt

Moritz BallerstädtMoritz Ballerstädt → 21. Juni 2011 → WasWirdWichtig! →
Wie viele Beulen stehen am Ende des Tunnels? © Flickr
Wie viele Beulen stehen am Ende des Tunnels? © Flickr
Ausgangspunkt des ganzen Elends ist – vielleicht haben es sich einige von Euch gemerkt – der Beitritt Griechenlands zum Euro. Hatten die Griechen vorher Inflationsraten von 10% und teilweise mehr, so kamen sie mit dem erschummelten Beitritt(Eurostabiltätskriterien) in den Genuß der europäischen Gemeinschaftswährung und dessen Geldwertstabilität.

“Eurostat”, die europäische Statistikbehörde, hatte schon damals gewarnt, die politischen Entscheidungträger der Großen EU- Nationen Deutschland und Frankreich waren aber dafür!

Jemand eine Idee warum ?

Schaut euch mal um in Griechenland, wer den Handel dort jetzt beherrscht und was mit dem Immobilienmarkt passiert ist und ratet, wer bei letzterem mit seinen Banken der Hauptfinancier ist?

Na, schon an der Wortwahl erkannt ?

Richtig, die Franzosen stecken mit angeblich dreimal soviel Kohle drin wie unsere deutschen Banken.

Bekannte und unstrittige Zahlen über die Summen der Gläubiger sind 1,4 Mrd Euro der Deutschen Bank sowie 7,8 Mrd. Euro für die Nachfolgerin der HRE (Hyporeal Estate), welche sich ja zu 100% im Besitz des deutschen Steuerzahlers befindet und uns allen im letzten Jahr mehr als 3 Mrd. Euro Verlust eingebracht hat.

Auch die Spekulation mit den sogenannten CDS ( Credit Default Swaps), also Kreditausfallversicherungen, ist eine große Belastung für Griechenland, die EZB und damit auch Deutschland.

Des Weiteren hält die EZB, was als klarer Sündenfall tituliert wurde, 42-50 Mrd. Euro an griechischen Staatsanleihen. In Finanzkreisen nennt man die EZB deshalb schon jetzt eine der größten Bad Banken der Welt.

Das ganze Theater mit vielen Nebelkerzen, Ablenkungsmanövern und Stammtischparolen wird veranstaltet, weil mit dem Fall Griechenlands ein Stein ins Rollen kommen könnte, der die nächste fette Finanzkrise auslöst.

Dem deutschen Wähler und Steuerzahler wurde von der schwarz-roten und seit 2009 schwarz-gelben Bundesregierung unter Führung von Kanzlerin Merkel versprochen, dass nicht noch einmal die deutschen Banken auf seine (Wähler/Steuerzahler) Kosten gerettet werden müssen! Auf dem Gebiet der Finanzmarktregulierung ist aber praktisch – bis auf eine lächerliche Bankenabgabe – nichst passiert.

Die Hauptprofiteure des Finanzmarktes : UK , die USA , die Schweiz, Liechtenstein , Luxemburg ,und andere wichtige Finanzplätze und Steueroasen sowie deren Profitöre und Schutzpatrone ziehen nicht mit !

Es gibt weniger Player auf dem Finanzmarkt und der Fachbegriff ” to big to fail” für wichtige Finanzinstitute hat eine neue, noch größere Dimension erreicht.

Wo bleibt die Börsenumsatzsteuer, wo das Verbot von Eigengeschäften der Banken ?

Ist es ehtisch vertretbar , daß sich durch die Spekultion an den Terminbörsen die Preise für Grundnahrunsmittel in der 3. Welt teilweise um bis 100% und mehr in den letzten 2-3 Jahren erhöht haben ?

Bereits letztes Jahr stand Griechenland , im Zuge seiner fehlenden Wettbewerbsfähigkeit , vor dem Bankrott. Es wurde sich unter Einbeziehung des IWF Zeit erkauft und ein mörderisches Sparprogramm aufgelegt, welches nur die sogenannten kleinen Leuten und den Mittelstand unheimlich hart getroffen hat. Griechenland ist am Ende der Fahnestange beim Sparen angelangt und steht nicht weit entfernt von einer “Explosion von Innen” – mit chaotischen und anarchischen Zuständen.

Das Geld ,welches nach Griechenland gepumpt wird, fließt fast ausschließlich sofort wieder an die Gläubiger im Ausland zurück. Die Nummer mit den Erlösen aus Privatisierungen, die nun unbedingt kommen soll, ist ein echter Witz. Wer in Not verkaufen muss, wird immer brutal über den Tisch gezogen. Dass die Griechen versuchen, sich dagegen zu wehren, kann man wahrscheinlich verstehen, oder ?

Im deutschen Bundestag konnte Wolfgang Schäuble die eigenen schwarz-gelben Reihen vor der Abstimmung zur Freigabe der nächsten Kredittranche Mitte Juli nur schließen, indem er einen wesentlichen freiwilligen Beitrag der privaten Banken an den Kosten zur Vermeidung des totalen griechischen Fiaskos garantierte. Das läuft auf einen Deal mit den Banken und Versicherungen hinaus, für den im Zweifel, wenn es trotzdem schief geht, wieder der Steuerzahler aufkommen wird. Und dann könnte es auch für die aktuelle Bundesregierung eng werden.

Letztendlich ist Schuldenschnitt bei den Griechen wahrscheinlich unvermeidlich, also einen Teilverzicht (40-50%) der Gläubiger auf ihre Forderungen . Zusammen mit einem Programm für Investitionen kann Griechenland so wieder Luft zum Atmen und die Chance auf faire Perspektive in Euroland bekommen.

Auch die Mißstände in Staat und Verwaltung bei den Griechen , die dringend angegangen werden müssen ,sollen hier nicht unerwähnt bleiben.

Wenn das Alles nicht klappt wird Griechenland auf eigene Bitte aus dem Euro austreten, denn aufgrund der europäischen Verträge können sie aus dem Euro nicht raugeworfen werden.

Dies ist übrigens die Prognose des Chefs des Ifo-Institutes Werner Sinn, ein Mann , der auf dem Gebiet der

VWL -Lehre zu unseren absoluten Korifäen zählt !

Wir werden es ja sehen , wie es kommt !

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    Die Schuldenlüge

    „Die Schulden von heute sind die Steuern von morgen“, behauptet zumindest der sogenannte „Bund der Steuerzahler“ und unterstützt damit die Politiker, wenn diese mal wieder Steuern und Abgaben erhöhen wollen, denn „zukünftige Generationen müßten ja ansonsten noch mehr Schulden zurückzahlen…“ Kann man das glauben? Ganze Generationen sollen verschuldet sein? Bei wem denn? Die Generation, der Staat – das sind doch wir alle! Bei wem sollen wir aber dann diese Schulden haben – etwa bei anderen Generationen? Andere Staaten können es jedenfalls nicht sein, denn die stecken ja selbst alle bis zum Hals in Schulden.

    „Der Staat muß die Schulden zurückzahlen, denn sonst würde ihm ja niemand mehr Geld leihen“, sagen all diejenigen, die systemkonform informiert wurden. Wozu aber muß ein Staat denn überhaupt Geld leihen, obwohl er doch selbst die Hoheit über seine Währung haben könnte? Weil es ansonsten Inflation gäbe? Haben wir die denn nicht auch so? Wer hat denn das Geld, das dem Staat geliehen wurde, überhaupt hergestellt und kassiert dafür all die Zinsen? Wessen Interessen vertreten die Politiker, während sie das Geldsystem niemals hinterfragen? Wem ordnen sie sich unter, wenn sie für die immer schneller wachsende Zinslast immer mehr Steuern eintreiben?

    Die Bankenrettungspakete haben das wahre Gesicht unseres Finanzsystems zum Vorschein gebracht. Die Banken brauchten Geld, also bekamen sie es vom Staat. Der hatte aber selbst kein Geld, also lieh er es sich von den Banken. Doch woher hatten diese denn nun plötzlich das Geld, um es dem Staat zu leihen? Banken verleihen eben nicht – was viele heute immer noch glauben – vorhandenes Geld, nein sie erzeugen es, indem sie Kredit geben. So entsteht das, was wir heute „Geld“ nennen – durch Schulden.

    Die Rückzahlung der Systemverschuldung ist unmöglich.

    Das Wachstum von Steuerlast und Schulden ist systembedingt. Geld entsteht ausschließlich dadurch, daß Zentral- und Geschäftsbanken es verleihen. Die gesamte Geldmenge wurde dem Staat, den Unternehmen und den Bürgern nur geliehen. Jeder einzelne Euro müßte theoretisch zurückgezahlt werden. Nach der Rückzahlung aller Schulden gäbe es kein Geld mehr.

    Der gesamten Geldmenge steht also ein gleich großer Schuldenberg gegenüber – plus Zinsschulden. Würde man wirklich versuchen, alle Schulden zurückzuzahlen, blieben am Ende noch die Zinsschulden übrig, denn das Geld, das man dafür bräuchte, wurde noch nicht hergestellt, es wurde noch nicht verliehen.

    Doch unabhängig davon ist eine Rückzahlung dieser Geldmengen sowieso nicht möglich, denn diese sammeln sich aufgrund des Zinseszinseffekts zunehmend in riesigen Kapitalsammelbecken an. Immer stärkere Kapitalströme fließen in diese Schwarzen Löcher des Finanzsystems, deren Besitzer oft gar nicht wissen, wieso sie ständig so viel Geld „verdienen“. Währenddessen gerät auf der anderen Seite fast die gesamte Gesellschaft immer tiefer in die Schuldenfalle.
    quelle / ganzer beitrag: http://bit.ly/kXU7EK

    siehe bitte auch: http://bit.ly/ivbbPh

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