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Lars von Trier: Ein dummer Jungen Witz vielleicht?!

Moritz BallerstädtMoritz Ballerstädt → 25. Mai 2011 → WasWirdWichtig! →
Nazi-Lars // Flickr
Nazi-Lars // Flickr
Da war ja wieder was los in Cannes. Filmfestspiele und Co. Schaulaufen und Glotzen. Alles wie in jedem Jahr eben. Aber es gab auch ein Novum. Regisseur Lars von Trier wurde vom Festival ausgesperrt, nachdem er gesagt hatte, dass er ein Nazi sei. Und jetzt ist der Däne auch noch ein Stück weit stolz auf seine Aussage. Wer mag es ihm verübeln. Denn im Prinzip ist ja gar nichts passiert. Er hat ein bisschen schwarzen Humor unter die Leute gebracht.

Natürlich ist diese Art des Humors brutal makaber. Man sollte jedoch nicht vergessen, dass Lars von Trier kein politischer Mensch ist. Er wollte lediglich einen Witz machen, hat dann noch drei, vier Rückzieher gemacht und dennoch wird der ganzen Sache nun ein Maximalmaß an Unverständnis entgegen gebracht. Das ist ja auch die leichteste aller Varianten. Wenn sein nominierter Film in Cannes dennoch einen Preis gewinnen sollte, darf der Regisseur nicht wieder anreisen und das Ding – die “Goldene Palme” – in Empfang nehmen.

Wie viel Spaß verträgt die westliche Welt eigentlich? Prinz Harry war einst mit einem Nazi-Kostüm bei einer Halloween-Party. Das war vielleicht was. Dafür gab es auch ordentlich Prügel. Wie aber rückt man die NS-Zeit heute noch in den Mittelpunkt der Gesellschaft? Das DDR-Regime hat es doch auch in die Comedy-Sparte geschafft. Und dieser Staat hat auch unzählige Menschen auf dem Gewissen. Ein Vergleich ist hier natürlich unzulässig. Dennoch sollte man sich fragen, ob es jungen Menschen nicht auch hilft, mit der Thematik in Kontakt zu kommen. Es gibt natürlich auch die klassischen Variationen. Im Geschichtsunterricht, schon nach der Einführung ist da zumeist Ende im Gelände, das Hirn brennt auf Sparflamme.

Wenn man aber sagte, dass ein Rollenspiel viel im Kopf der Kinder bewirkte? Wer gäbe dann Adolf Hitler? Das Geschrei wäre groß, würde der kleine Timmy nach Hause käme und seiner Mutter sagen würde: “Du, ich war heute Adolf Hitler und es war ein tolles Gefühl, so viel Macht zu haben”. Timmys Mutter würde zum Rektor rennen, eine Beschwerde würde ins Haus flattern und dann war es das mit der Beamten-Laufbahn. Dass aber der kleine Timmy die Faszination eines ganzen Volkes und dann kurze Zeit später den Wahnsinn, der damit einhergeht, greifen würde, bleibt hier völlig ausgespart. Es ist und bleibt schwierig.

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