OneOnOne: Lisa Rank
Sie ist die Dame der tausend Sachen. Lisa Rank steht in der Blüte ihres
Jahrzehnts. Und wenn wir uns das so angucken, ist das ein klarer Fall – Plastikblume, verwelken unmöglich. Im Februar 2010 erschien ihr Roman-Debüt
“Und im Zweifel für dich selbst” beim “Big Player” Suhrkamp. Und
auch ihr “How To Look Like Your T-Shirt Print” schreit Yuppie. Zeit zum Abheben!? Nein, nein, nein …
Bei Lisa ist das alles ein bisschen anders. Offiziell geht es auf ihren Blog via www.lisarank.de, aber wenn man dann drauf ist, steht da das quarzige http://mevme.com/lizblog/. Da weiß jemand, woher er kommt. Eigentlich lief unter mevme.com eine Musikkollaboration mit Alex. Nie gespielt und dennoch gute Kritiken bekommen. Wir wollen wissen, wie das alles so geht.
Moritz: Lisa, sag mal, wie schreibt man einen Roman, der dann gleich bei Suhrkamp durchgewinkt wird. Die Türsteher der Szene – also die Lektoren – haben die dir das Leben nicht schwer gemacht? Es heißt doch immer, dass das so schwer, ein Manuskript bei großen Verlagen zu platzieren.
Bei Lisa ist das alles ein bisschen anders. Offiziell geht es auf ihren Blog via www.lisarank.de, aber wenn man dann drauf ist, steht da das quarzige http://mevme.com/lizblog/. Da weiß jemand, woher er kommt. Eigentlich lief unter mevme.com eine Musikkollaboration mit Alex. Nie gespielt und dennoch gute Kritiken bekommen. Wir wollen wissen, wie das alles so geht.
Moritz: Lisa, sag mal, wie schreibt man einen Roman, der dann gleich bei Suhrkamp durchgewinkt wird. Die Türsteher der Szene – also die Lektoren – haben die dir das Leben nicht schwer gemacht? Es heißt doch immer, dass das so schwer, ein Manuskript bei großen Verlagen zu platzieren.
Lisa: Haha, also 1. bin ich nicht mit dem Roman auf die Suche nach einem Verlag gegangen sondern erst einmal nur mit der Geschichte, einem Exposé. Das reicht man dann ein und hofft ein bisschen. Gut ist es, wenn man jemanden hat, der sich im Literaturgeschäft besser auskennt als man selbst und weiß, wen man wann am besten wo anspricht. So jemanden hatte ich, meinen Agenten. Und der hat das ganz gut hinbekommen. Ich hab mir früher immer vorgestellt, man schickt das halt an den Verlag und dann sitzt da einer und liest das alles durch. So ist das heute nicht mehr. Das hat viel mit dem richtigen Moment und Glück zu tun. So kommt es mir jedenfalls häufig vor.Moritz: Wie stehst du denn dann zu Pop-Literatur oder generell Pop-Art? Bilder von deinen Lesungen sind ja immer auch ein Mode-Statement.
Lisa: Ach du meine Nase, findest du wirklich, das ist Pop-Literatur? Dabei hab ich doch Musik und Internet und den ganzen Quatsch extra rausgelassen, damit man sich da nicht so dran aufhängt. Und ich, ein Mode-Statement? Würden wir uns am Wochenende beim Bäcker treffen, würdest du das nicht mehr sagen, glaube ich. Klar, ich interessiere mich ein bisschen für Mode, aber wirklich nur sehr periphär. Was gerade mit den Modeblogs passiert, beobachte ich mit Interesse, aber für die ganzen Fashion Weeks auf dieser Welt bin ich nicht informiert und interessiert genug. Ich mach das immer nach Lust, Laune und Geldbeutel.Moritz: Wie wichtig ist dir eigentlich Stil? Dein Buchdeckel sagt, dass du dich dem “Guten, Schönen und Wahren” verschreibst, die Story im Buch ist dann ja nicht so schön.
Lisa: Mein Buchdeckel sagt das? Herrjee. Nun ja. Ich mag es, wenn es authentisch ist. Das muss kein Stil sein. Wenn ein Stil aufgesetzt ist wie eine Brille, durch die man nix sehen kann, dann bringt mir der größte Stil nix, weil ich trotzdem auf die Nase falle. Wenn’s angebracht oder echt und am besten beides ist, dann mag ich’s. Also auch beim Schreiben. Das große Geschwurbel liegt mir da nicht so, und dass man ewig lange Sätze und möglichst viele Fremdworte benutzen soll, nur damit einen die Leute für intellektuell und achso begabt halten. Ich hab’s gern einfach und nah. Und ja, die Story im Buch ist wahr, aber nicht schön und nicht gut. Oder vielleicht doch gut, weil einem die Dinge passieren und wenn man irgendwie mit ihnen umgeht, dann ist es gut. Wenn man sich nicht aufhalten lässt davon. Das bekommen sie ja hin, die beiden.Moritz: Wie sind eigentlich die Aussichten für dich als Autorin? Bis vor 5 Jahren hieß es noch, dass Günther Grass den deutschen Buchmarkt bis in alle Zeit verbauen wird – Walter Kempowski konnte ein Lied davon singen.
Lisa: Wenn ich das mit Sicherheit beantworten könnte, hätte ich ein Problem weniger, glaube ich. Dann könnte ich mir überlegen, wie das so mit der Zukunft aussieht, ob man sich da besser noch mehrere Pläne zurechtlegt oder einfach mal guckt, was so passiert.Moritz: Was liest du denn gerade?
Lisa: “Das Muschelessen” von Birgit Vanderbeke.Moritz: Wie kamst du eigentlich auf dieses “How To Look Like Your T-Shirt Print”? Steht das im Bezug zum Sprichtwort “Dumm aus der Wäsche gucken”?
Lisa: Nee. Das steht im Bezug zum Zufall. Ich hatte mal ein Eulenshirt an und hab ein bisschen grimmig geschaut und dann meinte mein Gegenüber, ich würde aussehen wie die Eule. Das hab ich dann mit ein paar anderen T-Shirts etwas perfektioniert und auf meinem Blog gepostet. Andere Leute haben das nachgemacht, ganz von allein – und dann dachte ich: Scheine ja nicht nur ich so bekloppt zu sein und das lustig zu finden. Und auf einmal waren’s 1000 Mitglieder in der Facebook-Gruppe und die BILD hat sich dafür interessiert. Ganz seltsam.Moritz: Und Me Vs. Me? Was ist denn nun damit? Gibt es noch mal neue Songs oder war es das für alle Zeit?
Lisa: Das kannst du da gern mal die andere Hälfte des Projektes fragen, von der hab ich auch schon lange nichts mehr gehört. Ich würde gern wieder Musik machen, aber ich glaube, die Zeiten von Me Vs. Me sind vorbei, leider.

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