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OneOnOne: Rainer Marschel

Moritz BallerstädtMoritz Ballerstädt → 08. Juni 2010 → OneOnOne →
OneOnOne mit Rainer Marschel
OneOnOne mit Rainer Marschel
Sie wurden früher oft in einem Atemzug mit OASIS genannt, das war früher. Atomic sind heute viel mehr, wenn auch nicht so bekannt wie die großen Vorbilder aus Manchester – die hören sie heute aber gar nicht mehr so häufig. Denn die Köpfe der Band, die Brüder Thomas und Rainer schmeißen nun auch regelmäßig Parties im heimischen Furth. Die Band hat sich in den Jahren zwar komplett erneuert, aber die Marschel-Brüder sind zusammen geblieben. Wir haben mit Atomic-Gitarrist Rainer Marschel über seine modischen Vorlieben gesprochen. Moritz: Rainer, du standest ja nun oft auf Bühnen, selbst vor Pete Doherty und Paul Weller habt ihr schon gespielt. Wie wichtig ist dir da ein guter Stil?
Rainer: Total wichtig! Wenn ich Bands sehe, die sich einfach vergriffen haben, bei der Kleidungswahl, da können die noch so gut spielen, mich aber nicht mehr für sich gewinnen. Ist doch aber auch so, das gehört dazu. Mode und Musik gehören doch irgendwie zusammen. Jedes Musikgenre steht auch für ein gewisses Lebensgefühl, also auch für Kleidung, die das ausdrückt, da sollte die Band dann die Erwartungen der Fans nicht enttäuschen. Ich glaube, Paul Weller hat mal übers live spielen gesagt: ”make sure that you are the best dressed person in the club”. Ich glaube das. Wenn mir jemand sagt, dass einzig und allein die Musik zählt, dann ist das seine Sache. Ich glaube ja an gute Lederjacken oder ein Sakko, dazu die passenden Sneakers und alles wird gut.
Moritz: Bist du dann eitel?
Rainer: Ja, man steht da eben auf der Bühne und wird angeguckt. Ob es den Leuten nun gefällt, was sie hören – oder eben nicht. Sie gucken uns dennoch an, deshalb fühle ich mit „best dressed“, wie es Paul Weller sagen würde, sauwohl.
Moritz: Gibt es Klamotten, die euch besonders am Herzen liegen? So typisch britisches Zeug wie Fred Perry oder so?
Rainer: In letzter Zeit habe ich einiges von Liam Gallaghers Modelabel “Pretty Green” gekauft. Der Preis ist zwar heiss, aber ich mag bestimmte Accessoires des Labels besonders – guckt euch mal das Schalsortiment bei denen an. Früher hab ich einiges von Fred Perry und Ben Sherman gekauft, aber heute sind mir Pretty Green und “H&M” am liebsten. Bei den Schweden stimmt das Preisleistungsverhältnis einfach. Ich mag es dezent und schlicht. Kleidung muss nicht aussergewöhnlich sein. Das ist nichts für mich.
Moritz: Also ist Pretty Green das neue Ding am Modemarkt?
Rainer: Wie bereits erwähnt, ich mag das Label jedenfalls. Die Preise werden nun ja auch stetig gesenkt – so richtig brummt das Geschäft wohl nicht. Okay, ich war anfangs auch skeptisch, von wegen Liam und Mode. Mittlerweile aber kauf ich schon öfter da ein. Ich muss aber auch sagen, dass ich nicht alles toll finde, was die da anbieten. Die Materialien sind aber auf jeden Fall sogar besser als bei den altbekannten Brit-Sellern Fred Perry oder Ben Sherman.
Moritz: Welchem Musiker würdet ihr ein völlig neues Outfit verpassen, also welcher Stil geht gar nicht?
Rainer: Eigentlich hab ich mir das abgewöhnt, andere Bands oder deren Musik zu beurteilen oder aber überhaupt über die zu reden – da fällt dann ja auch der Modekrams weg. Aber lass mich mal überlegen. Wer macht gute Musik und sieht dabei aber doof aus? Da gibt es bestimmt einige Hippies, mir fällt aber spontan keiner ein. Aber welcher Stil geht gar nicht? Na hier, diese typische amerikanische Highschool-Look. Blink 182 oder so was. Deren Klamotten sind nicht mein Ding – dieses Amy-Popper Zeugs, kann ich ja auch nicht ändern, müssen die wissen. Oder aber die Gewinner bei “Deutschland sucht den Superstar” (DSDS), die sehen furchtbar aus, aber das sind ja auch keine Musiker, nächste Frage.
Moritz: Was macht ihr eigentlich neben Atomic? Wir haben gelesen, dass ihr jetzt auch Partys bei euch in Furth veranstaltet?
Rainer: Ja, wir haben diesen Club seit gut einem Jahr – hier bei uns in Furth im Wald. Frag nicht nach dem Namen “Cappuccino Lounge Bar”, den mussten wir gleich mit übernehmen. Aber was soll ich sagen, es läuft gut und wir sorgen für RemmiDemmi in der Stadt. Um ehrlich zu sein. Wir haben in den letzten Jahren soviel mit Atomic getourt, da hab ich selten in Furth gefeiert. Aber einfach auch aus dem Grund, da die Parties in den Städten, in denen wir gespielt haben, einfach besser waren als das, was es in Furth gab. Deshalb haben wir auch angefangen, so was noch mit aufzuziehen. Zuerst haben wir als DJs Indie-Rock-Night Parties geschmissen und jetzt haben wir unseren eigenen Club daraus gemacht, wo genau diese Parties regelmäßig stattfinden. Einmal im Monat spielen Bands bei uns, die Leute schätzen das. Letztens erst hatten wir ein paar Schweden da, „The Fast Forwards“ nennen die sich. Die Hütte war voll. Am Samstag 19. Juni kommt gleich die nächste schwedische Band zu uns nach Furth – “Eating Pepple”. Wir werden uns in Zukunft auch um bekanntere Indie-Bands aus England und Deutschland bemühen. Wir verraten nichts, aber ihr dürft gespannt sein.
Moritz: Wie geht es denn dann weiter mit Atomic?
Rainer: Es scheint derzeit ruhig zu sein, aber der Schein trügt. Wir schreiben Songs und proben für das neue Album. Im Herbst gehen wir dafür ins Studio. Davor jedoch haben wir noch ein paar Warm-Up Sessions und Radiokonzerte. Wir werden uns noch im Sommer in Berlin und Hamburg nach neuen Studios und Produzenten umschauen. Nach drei Platten in sechs Jahren im Telstar Studio in München, wollen wir jetzt eine Veränderung. Wir sind sehr gespannt darauf, wie sich das im Sound auswirken wird.
Moritz: Gehst du morgen Klamotten shoppen? Wenn ja, was kaufst du dir?
Rainer: Ja, ich kauf mir neue Schuhe von Clarks und mal schauen, vielleicht noch neue Jeans, Shorts und Shirts. Der Sommer ist ja nun endlich auch angekommen!
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